Der Vorstand des Clubs der Nationalspieler

DFB gründet Club der Nationalspieler

Am 5. April 2008 feierte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) das außergewöhnliche Jubiläum „100 Jahre Länderspiele“. Diesen Festtag nahm der DFB zum Anlass und gründete den Club der Nationalspieler.

„Einen sehr großen Anteil am sportlichen und gesellschaftlichen Stellenwert des Deutschen Fußball-Bundes verdanken wir unseren Nationalspielern. Gerade wegen ihres Auftretens und der beachtlichen Erfolge der deutschen Nationalmannschaft kann sich der DFB seit langem über eine große nationale und internationale Anerkennung freuen. In seinen Anfängen wurde der Fußball oft belächelt und als Proletensport tituliert.

Natürlich gab es seitdem nicht nur Höhen sondern auch Tiefen, so betrifft ein politisch dunkles Kapitel die Rolle unseres Verbandes in der NS-Zeit. Heute begleitet der DFB in unserem Land das Leben von Millionen Menschen, ohne sich zu wichtig zu nehmen, und weiß dabei auch immer, welche Wurzeln er hat. Die Nationalspieler sind dabei stets Vorbilder, um an der Basis für Werte wie Integration oder den Kampf gegen Rassismus und Gewalt einzutreten sowie sich für die Talentförderung und die Qualifizierungsoffensive für ehrenamtliche Mitarbeiter zu engagieren“, bewertete der damalige DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger die Bedeutung der Nationalmannschaft.

Gleichzeitig machte Dr. Zwanziger damals deutlich: „Mit dem Club der Nationalspieler möchten wir uns bei allen Ehemaligen bedanken und ihnen unsere besondere Wertschätzung ausdrücken. Selbstverständlich ist es unser Ziel, einen solchen Club demnächst auch für unsere Frauen-Nationalmannschaft zu gründen. Zwar kann sie erst auf eine etwas über 35-jährige Geschichte zurückblicken, die im Herbst 2007 mit einer Feier zur 25-jährigen Jubiläum in Koblenz entsprechend gewürdigt wurde. Doch ihre internationalen Erfolge sind schon jetzt so umfangreich, dass dies ein wichtiger Grund ist, ebenfalls einen Club für verdiente Nationalspielerinnen zu initiieren.“

Der Club der Nationalspieler umfasst aktuell 616 noch lebende Fußballgrößen von gestern und heute. Dem Kreis gehören auch die ehemaligen Aktiven des Deutschen Fußball-Verbandes (DFV) der früheren DDR, sowie die ehemaligen Aktiven des Saarländischen Fußballbundes (SFB) an. Den Vorstand des Clubs der Nationalspieler übernahmen die drei DFB-Ehrenspielführer Uwe Seeler, Franz Beckenbauer und Lothar Matthäus. Das Amt des Vorsitzenden wurde Uwe Seeler angetragen.

Insgesamt waren seit der Premiere 1908 in Basel gegen die Schweiz 1240 Spieler für die DFB-, die DFV-Auswahl und für das Saarland im Einsatz. Davon 925 nur für das DFB-Team, 265 nur für die DDR und acht für beide Teams, sowie 38 nur für das Saarland und vier für beide Teams. Über 620 Ehemalige sind mittlerweile verstorben. Die noch lebenden Nationalspieler erhalten als Zeichen der Club-Zugehörigkeit eine Mitgliedskarte. In diesem Zusammenhang bat der ehemalige DFB-Präsident Wolfgang Niersbach: „Leider ist über die Jahre der Kontakt zu einigen der Ehemaligen verloren gegangen. Daher möchte ich die Vorstellung des Clubs nutzen und alle Nationalspieler, die keinen Brief von uns erhalten haben, dazu aufrufen, sich bei uns zu melden.“

Die ersten Clubkarten wurden am 04. April 2008 in Frankfurt am Main bei der Präsentation an die DFB-Ehrenspielführer und die anwesenden Nationalspieler überreicht. Diese Karte garantiert verschiedene Leistungen: So erhält jeder Nationalspieler pro Jahr zwei Ehrenkarten für ein Länderspiel. In diesem Jahr wurden alle Club-Mitglieder zum Freundschaftsspiel gegen Italien nach München eingeladen. Diejenigen Nationalspieler, die mehr als 75 Einsätze absolviert haben, erhalten für jedes Heim-Länderspiel der DFB-Auswahl zwei Ehrenkarten.

Mit der Clubkarte erhalten alle Nationalspieler auch das aktuelle Heim-Trikot der Nationalmannschaft als Geschenk und ein kostenloses Abonnement des DFB-Journals. Die Club-Informationen werden künftig über einen Online-Newsletter an die Nationalspieler verteilt. Weitere Vergünstigungen – insbesondere Reiseangebote durch das DFB-Reisebüro GmbH und die DFB-Partner – sind angedacht. [hs/mh]